Ludwig glänzt beim Saisonfinale

HOCKENHEIM.  Beim Saisonfinale der ADAC GT Masters in Hockenheim belegten Luca Ludwig und sein lettischer Teamkollege Harald Schlegelmilch auf dem Zakspeed Mercedes die Ränge zwei und neun.

Der Bonner hatte für das erste Rennen sogar die Pole Position erobert. “Das Samstagrennen war herausragend”, äußerte sich Ludwig nach seiner starken Vorstellung begeistert: “Beim Start war es für mich eng, ich konnte aber die Führung übernehmen und bis zum Fahrerwechsel sechs Sekunden Vorsprung herausfahren. In meiner bisherigen Karriere habe ich vielleicht drei- oder viermal ein Rennen so klar kontrolliert.”

Das Auto übergab Ludwig zur Halbzeit des einstündigen Rennens an Harald Schlegelmilch. Der 26 Jahre alte Lette vertrat den israelischen Zakspeed-Stammfahrer Alon Day. “Am Samstag war Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag. Alon durfte an diesem Tag nicht arbeiten”, erklärte Zakspeed-Teamchef Peter Zakowski.

Als Ersatzfahrer wurde Schlegelmilch engagiert, der vor einigen Jahren erfolgreich in verschiedenen Formelserien unterwegs war, aber kaum Erfahrungen im GT-Rennwagen und keinerlei Erfahrungen im Mercedes SLS hatte. Deshalb konnte er das Tempo von Ludwig nicht ganz halten.

So schmolz der Vorsprung des Zakspeed Mercedes nach dem Fahrerwechsel, doch immerhin verteidigte Schlegelmilch die Führung bis zur vorletzten Runde erfolgreich.

Erst kurz vor Schluss musste er den Corvette-Piloten Daniel Keilwitz passieren lassen. Zuvor hatte die Titelaspiranten Jaap van Lagen/Christian Engelhard den möglichen Sieg verspielt, indem sie beim Fahrerwechsel die vorgeschriebene Mindestzeit nicht einhielten und mit einer Stop-and-Go-Strafe belegt wurden, die sie auf den elften Rang zurückwarf.

Durch diesen Patzer gewannen Rene Rast und Kelvin van der Linde, die den zehnten Platz belegten, vorzeitig die Meisterschaft. Im Sonntagrennen siegten erneut Wirth/Keilwitz, und Ludwig/ Schlegelmilch kamen auf Rang neun. In der Gesamtwertung beendet Ludwig die Saison als Elfter.

Der Troisdorfer Fabian Schiller zog nach seinem Hockenheim-Wochenende in der ADAC Formel Masters ein ernüchtertes Fazit: “Gut lief eigentlich gar nichts.” Schiller beendete die letzten drei Saisonläufe einmal als Achter und zweimal als Elfter.

“Meinem Motor fehlt Leistung. Ich verliere Zeit beim Beschleunigen. Meine Höchstgeschwindigkeit ist 10 km/h niedriger als die der Konkurrenten”, berichtete Schiller. Dennoch könnte ihm nach zahlreichen starken Auftritten in dieser Saison bald der Sprung in ein Formel-3-Cockpit gelingen.