Luca Ludwig sucht seine Chance

Der Rennfahrer aus Roisdorf gehört beim 24-Stunden-Rennen mit Audi zu den Favoriten

Von Gerhard Mertens

BONN. Mit Sieghoffnungen geht Luca Ludwig am Pfingstwochenende beim 41. ADAC Zurich 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an den Start. Der Roisdorfer, der unter anderem vom General-Anzeiger unterstützt wird, wird in einem Audi R8 LMSultra des Phoenix-Teams sitzen, einer Weiterentwicklung des Autos, das im vergangenen Jahr den Gesamtsieg in der Eifel einfuhr. „Für mich ist es ein kleines Jubiläum. Es ist mein fünfter Einsatz bei 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring“, erklärte Ludwig. Sein bestes Resultat stammt aus dem Jahre 2010, als er in einem Phoenix-Audi völlig überraschend bis auf Rang drei fuhr. Ludwig: „Das war mehr oder weniger glücklich, weil wir durch diverse Ausfälle nach vorne gespült worden sind. Diesmal sitze ich in einem siegfähigen Auto und rechne mir schon etwas aus. Es ist eine große Herausforderung für mich, und vielleicht habe ich auch das Glück, das man haben muss, um vorne zu sein.“ Das nötige Potenzial hat der Audi, ist Ludwig überzeugt: „Das Auto ist in allen Bereichen besser geworden. Vor allem aerodynamisch.“

Imaktuellen R8 wird sich der 24-Jährige mit dem fünfmaligen LeMans-Sieger Frank Biela (D), LeMans-Series-Champion Roman Rusinov (RUS) sowie Christer Jöns (D) am Steuer abwechseln. Für Rennsportmeister, dreimal deutscher Tourenwagenmeister und den Sieg kommt auch ein anderer Phoenix-Audi infrage, in dem DTM-Pilot Mike Rockenfeller, der
zweimalige Le-Mans-Sieger Marcel Fässler (CH) sowie die Vorjahressieger Frank Stippler (D) und Markus Winkelhock (D) sitzen werden. Stippler und Winkelhock saßen auch in dem Sieger-Auto des vergangenen Jahres. Ginge der Traum von Ludwig in Erfüllung, würde er in die Fußstapfen seines berühmten Vaters Klaus treten. „König Ludwig“ gewann dreimal die 24 Stunden auf dem Nürburgring, dreimal in Le Mans, wurde zweimal deutscher einmal FIA-GT-Weltmeister.

Die Erfolge des Vaters mögen vielleicht außer Reichweite liegen, aber auf ein Engagement als Werksfahrer hofft Luca Ludwig allemal. „Ein Sieg beim 24-StundenRennen würde da sicherlich helfen.“ Bisher ist es bei einzelnen Werkseinsätzen, wie dem am Pfingstwochenende, geblieben. Ludwig: „Es ist schwierig, Werksfahrer zu werden. Die Konkurrenz ist groß, und die Formel-Fahrer werden bevorzugt.“ Dennoch kämpft der Roisdorfer weiter und investiert viel. „Es braucht eine gewissenhafte Vorbereitung, um
körperlich und mental in Topform zu sein“, sagt Ludwig. Seit zweieinhalb Monaten trainiert er täglich. Dann sind Laufen, Fahrradfahren oder Übungen im Kraftraum angesagt. Ludwig: „Die Nackenmuskulatur, die auf der Nordschleife besonders gefordert ist, ist meine Problemzone.“ Fahrerisch sieht er sich mit seinen Teamkollegen auf Augenhöhe.

Trotz der Leidenschaft Motorsport bleibt Luca Ludwig Realist und bereitet sich auf sein JuraExamen vor. „Es ist zwar nicht so ganz einfach, die beiden Dinge zu vereinbaren, aber ich muss das durchziehen“, sagte er.