Der Dicke trifft die Blues Brothers auf dem Nürburgring

Am Samstag dem 13. startet die VLN in ihre 37. Saison

Von Oliver Ermert

Endlich weicht der Winter auf dem Nürburgring dem Geheule der Motoren. Nachdem der letzte Lauf 2012,  die diesjährigen Einstellfahrten und der erste Lauf zur diesjährigen Langstreckenmeisterschaft wegen der winterlichen Bedingungen abgesagt werden mussten, geht es endlich wieder los. 214 Autos werden zum Auftaktrennen der VLN-Langstreckenmeisterschaft am Samstag erwartet. Für die Teams ist das Eröffnungsrennen eine von zwei Chancen, sich auf das 24h-Rennen im Mai vorzubereiten.

Der Dicke ist wieder da. Der gelb-grüne Kult-Porsche des Manthey-Teams, der in den vergangenen Jahren auf dem Nürburgring dominierte – neben zahlreichen Laufsiegen in der VLN gelangen fünf Gesamtsiege beim 24h-Rennen- wurde in der vergangenen Saison ausschließlich in der GT-Open eingesetzt. Teamchef Olaf Manthey war damals genervt. Um Chancengleichheit im Feld herzustellen, mußte Nürburging-Dauersieger Manthey permanent sein Auto zurückbauen. Jetzt sind alle froh, daß er wieder da ist. Der Dicke wird von Jochen Krumbach (Eschweiler) und Marco Holzer (Lochau) pilotiert. Stammpilot Krumbach, der jahrelang den Nadelstreifen-Porsche bewegte, nutzte im vergangenen Jahr die Abwesenheit des „Nr. 1“- Fahrzeugs und errang mehrere Laufsiege. Wer so tüchtig ist, wird bei Manthey befördert.

Auch bei Audi hat sich einiges getan. Das  Phoenix-Team setzt nur noch ein Fahrzeug ein. Am kommenden Wochenende wechseln sich im Cockpit des R8 Johannes und Ferdinand Stuck sowie Luca Ludwig ab. Der Bonner erfuhr erst Donnerstagabend von seinem Einsatz.  „Vor dem 24h-Rennen soll jeder mindestens ein Rennen bestritten haben. Ich war für den ersten Lauf, der abgesagt wurde, vorgesehen,“ freut sich Ludwig über die unerwartete Chance.

Das Prosperia-Team setzt auf die Dienste von Christian Mamerow (Waltrop) und des britischen Ex-DTM-Piloten Oliver Jarvis.

Auch BMW tritt mit starken Fahrerbesetzungen an. Auf dem BMW Z 4 mit der Startnummer 2 wechseln sich u. a. die ehemaligen DTM-Piloten Uwe Alzen (Betzdorf) und der gebürtige Bonner Alex Margaritis ab. Auf den Z 4 des Schubert-Teams mit den Startnummern 19 und 20 starten u. a. die aktuellen DTM-Piloten Martin Tomczyk und Augusto Farfus.

Auch zahlreiche Mercedes-Teams rechnen sich Chancen auf Podestplätze aus. Auf dem SLS des Rowe-Teams mit der Startnummer 21 greift auch Sven Hannawald in das Lenkrad. Die Skisprung-Legende versuchte sich jahrelang in der ADAC-GT-Masters, u. a. als Teamkollege von Heinz-Harald Frentzen. GT-Corse bringt zwei blaue Ferrari 456 – teamintern als Blues Brothers tituliert- an den Start. In einem der italienischen Flundern verrichtet der ehemalige DTM-Pilot Carsten Struwe seinen Dienst, der Ende der 90er Jahre auch in der Ferrari- Challenge für Furore sorgte.

Das Haribo-Team plant lediglich den Einsatz der neu gegründeten Junior-Truppe in einem Cup-Porsche. Die Goldbären werden ihren Schwerpunkt auf die Blancpain-Serie  legen und nur sporadisch in der VLN starten. An diesem Wochenende werden die Junioren Mario Farnbacher (Lichtenau), Dominik Brinkmann (Dortmund) und Jeffrey Schmidt (Schweiz) ihr Debüt auf dem Porsche der Bonner geben.

Das Training findet zwischen 8.30 Uhr und 10.00 Uhr statt. Das auf vier Stunden angelegte Rennen wird um 12.00 Uhr gestartet.