15.072013

Wie der Vater: Luca Ludwig im Mercedes

Der 24-jährige Roisdorfer fährt Rennen im SLS AMG GT3 und hofft weiter auf die Chance, in die DTM zu kommen.

BONN. Als Luca Ludwig 2009 erstmals Rennen in einem Tourenwagen fuhr, schloss sich ein Kreis: Er stieg in die Fußstapfen seines berühmten Vaters Klaus Ludwig. Der war im Verlaufe seiner erfolgreichen Karriere zweimal deutscher Rennsportmeister, dreimal Deutscher Tourenwagenmeister, einmal FIA-GT-Weltmeister geworden und hatte unter anderem die 24-Stunden-Rennen in Le Mans und auf dem Nürburgring gewonnen.

Den Spitznamen „König Ludwig“ erhielt er während seiner Zeit als Werksfahrer von Mercedes.
„Die Umstellung macht keine großen Probleme“ Rennfahrer Luca Ludwig.

Und jetzt hat sich wieder ein Kreis geschlossen. Sohn Luca saß am vergangenen Wochenende in der Blancpain Endurance Series. Der 24-Jährige war zuletzt in einem Audi R8 LMS unterwegs und erstmals in einem Mercedes. Als Pilot von HTP Motorsport raste er in einem SLS AMG GT3 über die Rennstrecke im französischen Paul Ricard. Weitere Einsätze sollen im Verlauf des Jahres und im nächsten Jahr folgen. „Ich war früher immer an der Rennstrecke, wenn mein Vater gefahren ist, und stand in der Mercedes-Box. Es war für mich immer ein Traum, auch einmal für Mercedes zu fahren“,
erklärte Ludwig junior.

Der 24-Jährige war zuletzt in einem Audi R8 LMS unterwegs und muss sich nun umstellen. Während beim Audi der Motor in der Mitte der Karosserie untergebracht ist, hat der Mercedes einen Frontmotor. Ludwig: „Das bedingt eine andere Fahrweise. Aber die Umstellung macht keine großen Probleme.“ Der Mercedes stellt derzeit mit das Beste dar, was der GT-Sport zu bieten hat. Das Team Black Falcon gewann mit dem Fahrzeug vor kurzem die 24 Stunden auf dem Nürburgring. Deshalb macht sich Ludwig auch Hoffnungen, bei seinen Einsätzen um den Sieg mitfahren zu können.

In Pierre Ricard zeigte der Roisdorfer, der vom General-Anzeiger unterstützt wird, sein Können. Im ersten Qualifying war Ludwig Schnellster unter 50 Startern, darunter waren so renommierte Marken wie BMW mit dem Z4, Audi mit dem R8 LMS, Porsche mit dem 997 GT3 R oder McLaren mit dem MP4-12C. Und auch im Rennen lag der Flügeltüren-Mercedes mit vorne. „Wir hatten dann Pech, dass ein Mechaniker beim Boxenstopp die Beifahrertür nicht richtig schloss, die sich dann auf der Strecke öffnete“, berichtete
Ludwig. Ein weiterer Boxenstopp kostete wertvolle 50 Sekunden, die am Ende zum Sieg fehlten. Unter dem Strich wurde Ludwig mit seinen Partnern Maximilian Buhk
und Alon Day Fünfter mit 46 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Die Vereinbarung mit AMG sieht für den Jura-Studenten so aus, dass er neben Einsätzen in diversen, europaweit stattfindenden Rennserien bei der AMG Driving Academy als Instruktor für Kunden von AMG arbeitet.

Das hat für Ludwig den Vorteil, dass er auch dabei im aktuellen Rennauto sitzen kann.
Es kommt nicht von ungefähr, dass der eher Spätberufene in Sachen Motorsport immer noch hofft, sich für ein Engagement in der DTM zu empfehlen. „Das ist mein Hauptziel.Und wenn es nicht klappt, gibt es im GT3-Segment ja auch noch andere Möglichkeiten“, sagte Ludwig.