02.102012

Schneider zeigt noch einmal sein können

DTM-Rekordsieger gewinnt 9. Lauf zur Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring. Bonner Luca Ludwig im Pech

NÜRBURGRING. Trost für Michael Schumacher: Auch Ü-40-Rennfahrer können siegen. Das bewies der mittlerweile 48-jährige Bernd Schneider beim neunten Lauf zur VLN-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring. Gemeinsam mit dem Niederländer
Jeroen Bleekemolen feierte der fünffache DTM-Meister auf einem Mercedes SLS des Black Falcon- Teams aus Meuspath einen überlegenen Sieg.

Im Ziel hatte das Duo einen Vorsprung von über 47 Sekunden vor den Zweitplatzieren,
dem Trio Jochen Krumbach (Eschweiler), Romain Dumas (Frankreich) und Timo Bernhard (Dittweiler) auf dem Nadelstreifen-Porsche des Manthey-Teams. Den letzten Podestplatz sicherte sich das Rowe-Team. Marko Hartung (Wallroda), Mark Bullit
(USA) und Nico Bastian (Frankfurt) steuerten den Mercedes SLS auf den dritten Rang.
Bei den Bonnern und Ex-Bonnern gab es zahlreiche Probleme und entsprechend lange Gesichter: Marc Hennerici, der heute in Mayen lebt, wurde 9., Luca Ludwig kam auf Rang zehn, Hans-Guido Riegel belegte auf dem Haribo-Porsche Platz 32.

Adam Osieka auf dem Audi TT der Fachhochschule Köln fiel ganz aus. Bereits im Training ging es turbulent zu. Der Ingelheimer Christer Jöns, der sich mit Luca Ludwig
das Cockpit eines Phoenix-Audi teilte, flog gleich in seiner ersten Runde von der noch feuchten Strecke, so dass das Duo ohne Zeit aus der Boxengasse starten musste.

Die Pole-Position sicherten sich Marc Hennerici, Marco Seefried (Wemding) und Norbert Siedler (Österreich), die den Timbuli-Porsche in 8:06,032 Minuten um den 24,3 km langen Kurs jagten. Freuen konnten sie sich hierüber genauso wenig wie die späteren Sieger
Schneider/Bleekemolen über ihren vierten Startplatz und die Haribo-Mannschaft über die achtschnellste Trainingszeit. Wegen angeblicher Missachtung von Flaggensignalen wurden die Teams fünf Startplätze zurückgestuft.

„Es war cool, von der Pole-Position ins Rennen zu gehen“, fand Nico Bastian, der von den Rückstufungen profitierte. Allerdings konnte er die Spitze nicht einmal bis zur Einfahrt auf die Nordschleife behaupten. Die ersten sechs Runden wurden klar von dem Trio Hennerici/Seefried/Siedler dominiert, die ihren Vorsprung auf über zehn Sekunden
ausbauten. Durch einen Reifenschaden und eine Schleichfahrt zur Box verloren sie nach einer Stunde den Kontakt zur Spitze.

Noch ärger erging es dem Haribo-Porsche, der schon nach zwei Runden in die Box geschoben wurde und eine 20-minütige Reparaturpause einlegenmusste. Gut
lief es lange Zeit für Luca Ludwig und Christer Jöns im Phoenix-Audi. Das Duo startete aus der Boxengasse eine spektakuläre Aufholjagd, ließ mit zahlreichen schnellen Runden aufhorchen, und ein Podestplatz schien sicher. Am Ende war alles für die Katz’. Die Rennleitung verhängte zwei Zeitstrafen. Zunächst eine Strafminute, dann wurde eine ganze Runde abgezogen.

Bernd Schneider und Jeroen Bleekemolen spulten ihre Runden problemlos ab und übernahmen zur Halbzeit die Führung, die sie bis ins Ziel verteidigten.